Vielleicht haben Sie sich schonmal gefragt, warum manche Schmerzen nach kurzer Zeit wieder verschwinden und andere bleiben. Schmerz ist zunächst etwas Gutes: Er warnt uns, wenn etwas im Körper nicht stimmt.
Akuter Schmerz tritt wie ein Alarmsignal plötzlich auf, zum Beispiel bei einer Verletzung oder Entzündung, und klingt meist wieder ab, sobald die Heilung abgeschlossen ist. Doch manchmal bleibt der Alarm bestehen, obwohl die Ursache längst vorbei ist. Man kann sich das vorstellen wie einen Wetterbericht, der immer wieder Regen ankündigt, obwohl der Himmel längst blau ist. Dann sprechen wir von chronischem Schmerz.
Das Wort "chronisch" bedeutet auch "andauernd" - und genau das ist das Problem. Der Körper bleibt also in Alarmbereitschaft, selbst wenn keine Gefahr mehr besteht. Das liegt unter anderem am sogenannten Schmerzgedächtnis. Unser Nervensystem merkt sich Schmerzreize. Wird Schmerz über längere Zeit erlebt, verändern sich Nervenzellen im Rückenmark und im Gehirn. Sie reagieren empfindlicher - manchmal sogar auf Reize, die eigentlich harmlos sind. Sogar eine leichte Berührung oder normale Wärme können als schmerzhaft empfunden werden oder der Körper sendet Schmerzsignale, obwohl gar kein Reiz mehr da ist. So kann sich ein ursprünglich akuter Schmerz verselbstständigen und zu einer eigenen Erkrankung werden.
Das zu verstehen ist ein wichtiger Schritt, denn Wissen schafft Kontrolle. Chronischer Schmerz lässt sich nämlich beeinflussen. Durch Behandlung, Bewegung, Achtsamkeit und psychologische Unterstützung. Verstehen, was im Körper passiert heißt: Den Schmerz nicht mehr nur ertragen, sondern aktiv etwas verändern.
Zusammengefasst:
